Bewerbungsschreiben
zur Feuerwehr des Monats


 

 

FREIWILLIGE FEUERWEHR

Frankfurt am Main-Praunheim  -  gegründet 1920

 

Florian Hessen   Ansprechpartner:
Wehrführer Wolfgang Mehmel
Steinbacher Hohl 114
60488 Frankfurt am Main
Tel. privat: 069-766945
Tel. dienst.: 069-212-724224

wolfgang.mehmel@freenet.de
heim.de

Freiwillige Feuerwehr Frankfurt am Main-Praunheim

An der Bitz 20
60488 Frankfurt am Main

Gründungsjahr: 1920

Mitglieder: 319

davon in der  Einsatzabteilung:         60
                  Jugendabteilung:          20
                  Minifeuerwehr:             33
                  Altersabteilung:            11
                  fördernde Mitglieder     213
 

Frankfurt am Main, Stadtteil Praunheim

Der Stadtteil Praunheim, im Norden Frankfurts gelegen, ist von einer gut gewachsenen Infrastruktur geprägt. Neben kleinen Handwerksbetrieben und Handelsfirmen sind auch Großbetriebe des Bereiches Kraftfahrzeuge vertreten. Eine extreme Ghettobildung mit sozialen Problemen, wie in anderen Stadtteilen festzustellen, gibt es in Praunheim nicht.

Bewerbung zur Feuerwehr des Monats

Die Freiwillige Feuerwehr Frankfurt am Main-Praunheim besteht seit mehr als 80 Jahren. Gerade aber in den letzten 15 bis 20 Jahren ist sie mehr als nur eine Feuerwehr, die auf ehrenamtlicher Basis zu Einsätzen gerufen wird und auf diese Art und Weise schon – wie alle anderen Freiwilligen Feuerwehren auch – einen großen Beitrag zum Brandschutz für die jeweiligen Gemeinde, den jeweiligen Stadtteil oder auch für die gesamte Stadt leistet.

Der Wehrführer Wolfgang Mehmel hat unter dem Motto „eine Feuerwehr, die neue Wege geht“ vor mehr als 15 Jahren versucht, mit seiner Wehr nicht nur einen Beitrag zum Thema Brandschutz zu leisten, sondern sein größtes Anliegen war und ist es, gerade die Kinder und Jugendlichen zu schützen, bzw. die Größeren dazu zu animieren, über den Tellerrand hinaus zu schauen und nach eigenen Möglichkeiten und Kräften anderen Menschen zu helfen. Der Erfolg ist dabei auf seiner Seite: die Jugendfeuerwehr der FF Praunheim zieht nach wie vor eine große Anzahl Jugendlicher zwischen 10 und 17 Jahren an, die hier auf freiwilliger Basis zur Arbeit in der Feuerwehr herangezogen werden und denen es jetzt schon ein Anliegen ist, anderen Menschen, die in Not sind, zu helfen. Dies alleine wäre aber noch nicht wirklich etwas besonderes, denn diese hervorragende Arbeit leisten im gesamten Bundesgebiet unzählige weitere Freiwillige Feuerwehren.

Die Tatsache, dass immer noch viel zu viele Kinder im Feuer ersticken, weil sie in ihrer Angst und Panik sich an Orten verstecken, an denen sie durch die Feuerwehrleute nicht direkt gefunden werden können, ließ Wolfgang Mehmel aufhorchen und nach Überlegungen mit Zustimmung des damaligen Stadtbrandinspektor Gerd Weidhaas 1992, in der Freiwilligen Feuerwehr Praunheim die erste „Minifeuerwehr“ in Frankfurt, vermutlich auch in Deutschland zu gründen.

Die „Minifeuerwehr“ ist gedacht für Kinder zwischen 4 und 10 Jahren, die in regelmäßigen Übungsstunden mit den Themen der Brandschutzerziehung vertraut gemacht werden. Dabei geht es in erster Linie keinesfalls darum, „kleine Feuerwehrleute“ heran zu ziehen, sondern hier steht an erster Stelle, mit den Kindern zu üben, sich selbst in Sicherheit zu bringen, Hilfe zu holen und den Notruf abzusetzen. Auch hier verleiht der Erfolg Flügel: mit Geduld und großem Engagement gelang es dem Betreuerteam der Minifeuerwehr Frankfurt am Main Praunheim unter W. Mehmel, in den vergangenen 15 Jahren weitere 10 Freiwillige Feuerwehren in Frankfurt dazu zu bewegen, ebenfalls eine Minifeuerwehr zu gründen und ein Modell zu entwickeln, das über die Grenzen des Rhein-Main-Gebietes hinaus Anerkennung gefunden hat und mittlerweile auch dort Nachahmung findet.

Auf diese Weise werden in Frankfurt allein über 300 Kinder im Sinne der Brandschutzerziehung angelernt und u.a. das Interesse für die ehrenamtliche Tätigkeit bei einer Freiwilligen Feuerwehr geweckt, so dass wir mittlerweile über 20 Mitglieder in den Einsatzabteilungen haben, die ihre „Karriere“ in der Minifeuerwehr begonnen hatten.

Aber damit nicht genug: auch mit vielen weiteren Aktionen wie z.B. Ausrichtung verschiedener Stadtteilfeste, Teilnahme an Veranstaltungen der Stadt Frankfurt, Kinderaktionen, sowie reger Beteiligung an Hilfsaktionen, die über die Grenzen Deutschlands hinausgehen, zeichnen die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr Praunheim aus. Aber die Ideen der Wehrführung und des Vereinsvorstandes sind unerschöpflich: in Planung sind Aktionen, bei denen gerade die älteren Mitbürger angesprochen werden sollen, um hier nach Möglichkeit auch das Verhalten in Gefahrensituationen zu trainieren und so ein Stück Sicherheit zu vermitteln. Auch der Ausbau einer „Kleinkinder- und Säuglings-Erste-Hilfe“ bei der nicht nur Eltern, sondern auch Erziehern aus den verschiedensten Kinderbetreuungsgruppen der Stadt Frankfurt einfache Handgriffe und Verhaltensweisen  gelernt werden, ist bereits im Laufen.

In diesem Sinne arbeiten alle Gruppen: Kinder, Jugendliche, so wie die Erwachsenen aus der aktiven Abteilung Hand in Hand, lernen, nicht weg zu schauen, sondern dort Hand anzulegen, wo Hilfe gebraucht wird, lernen, Respekt und Verständnis für die Mitmenschen zu haben. Gerade die jüngeren Mitglieder erfahren das so wichtige Vertrauen in die eigene Arbeit, werden unterstützt und gefördert und erlangen so das notwendige Selbstvertrauen, um Entscheidungen selbst zu fällen, Regeln zu beachten, die für ein Leben in der Gemeinschaft notwendig sind, aber auch im Zweifelsfall veraltet sind und daher aktiv überarbeitet werden müssen.

Es erscheint uns daher umso vordringlicher, neben Kino, Disko, Playstation und Computer Begeisterung für den ehrenamtlichen Dienst am Mitmenschen zu wecken. Einen Dienst, der in dieser direkten Form nur bei einer Feuerwehr möglich ist. Wir haben die schöne Erfahrung gemacht, dass der Appell an diese Hilfe nicht ungehört ver­hallt. Die Mitgliederzahlen beweisen dies.

Neben der Kernaufgabe Freiwillige Feuerwehr bieten wir aus den vorgenannten Gründen eine weit gefächerte Palette von Aktivitäten, damit jeder seine Vorstellungen soweit als möglich erfüllen kann.

In erster Linie ist es zwingend, den Feuerwehrdienst abwechslungsreich zu gestalten. Es ist ansonsten schwer zu vermitteln, weshalb ein C-Schlauch in der Ausbildung wieder und wieder aufgerollt werden muss. Gerade durch das spielerische Heranführen der Jugend­lichen an eine nur gemeinsam optimal zu lösende Aufgabe wird eine wichtige Funktion erfüllt.

Ein für uns sehr wichtiger und unverrückbarer Faktor ist die Gestaltung eines lebendigen Innenlebens der Wehr.

So hatten wir die Gelegenheit, bei einem Musikvideo von DJ Bobo drei Tage lang als Statisten mitzuwirken. Drei Tage, die allen Teilnehmern unvergessen bleiben. Als kleines Dankeschön erhielten wir ausreichende Anzahl von Karten für das Konzert von DJ Bobo. Dies war natürlich ein Leckerbissen speziell für die Jugendabteilung, vorzeitiger Einlass in die Konzerthalle und Plätze in der ersten Reihe.

Durch verschiedene Übungen kam ein enger und freundschaftlicher Kontakt zu Profis für Spezialeffekte für Film und Fernsehen zustande. Hierdurch wurden zum einen unsere Übungsdarstellungen sehr realistisch und zum zweiten hatten unsere Mitglie­der reichlich Gelegenheiten, die diversen Tricks und Kniffe auch unter Anleitung selbst auszuprobieren.

Durch diese Kontakte wurde es uns auch ermöglicht, an einem Dreh zu einer Dokumentation über Flugzeugabstürze mitzuwirken. Trotz mehr als ungünstiger Witterung waren alle mit Feuereifer im wahrsten Sinne des Wortes dabei.

Nebenbei, nicht ganz unwichtig sind die fördernden Mitglieder. Neben den örtlichen Honoratioren ist es günstig, auch andere Menschen der Spezies „Promi“ in das gemein­same  Boot zu ho­len. Ebenfalls durch Filmaufnahmen ist es uns gelungen, DJ Bobo als förderndes Mit­glied zu gewinnen. Gerade auf der so wichtigen und notwendigen Suche nach Sponsoren können so entschei­dende Punkte gemacht werden.

Trotz erheblicher Bedenken Dritter ist es uns gelungen, auch die oftmals schwierige Arbeit mit Behinderten zu integrieren. Die Praunheimer Werkstätten, eine beschüt­zende Einrichtung in unmittelbarer Nähe unseres Gerätehauses, nimmt mit ihren Schützlingen soweit als möglich an kleinen Feuerwehrwettkämpfen teil. Es ist immer wieder zu beobachten, dass alle Gruppen, Behinderte wie Nichtbehinderte, durch das gemeinsame Er­leben gestärkt werden.

Besondere Beachtung verdient das eingangs angesprochene veränderte Freizeitverhalten. Wenn die Verantwortlichen einer Feuerwehr, speziell einer großstädtischen Freiwilligen Feuerwehr, dies nicht berücksichtigen, wird es zu erheblichen Personal­problemen kommen. Die Hauptinteressen der Jugendlichen sind nun halt nicht mehr auf soziale Tätigkeiten gerichtet, zumal es ausreichend andere Mög­lichkeiten gibt, sich auszuleben.

Aus diesem Grund haben wir es uns zu Eigen gemacht, alle zwei Jahre einen Feuerwehrball im großen Stil auszurichten und selbst zu gestalten. Trotz des erheblichen Zeitaufwandes ist es immer wieder begeisternd zu sehen, wie sich alle engagieren und zum Erfolg beitragen. Hier wird alle selbst produziert. Von den Kostümen über die Texte bis hin zur Beleuchtung und Bühnengestaltung. Jeder findet seinen Platz und kann seine Kenntnisse, Geschicke und Erfahrungen einbringen. Wichtig ist eine Themen­ Mischung für alle Schichten.

Ein wichtiger Punkt bei der Motivation der Helferinnen und Helfer bildet die möglichst breit angelegte Ausarbeitung von Übungen. Hier wird durch das Zusammenwirken mit anderen Hilfsorganisationen in erster Linie eine hervorragende Aus- und Fortbildung betrieben. Eine Wissensvermittlung, die auch im allgemeinen Leben im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten kann. Aber auch die Erfahrung, dass anlässlich unseres Hochwassereinsatzes in Frankfurt/Oder, Dresden, Prag und in Frankfurt beim Katastrophenfall Hochwasser sich viele Probleme und Reibereien in der Zusammenarbeit gar nicht erst stellen, wenn man durch Übungen mit diesen Situationen vertraut ist.

Wir sehen es auch als unsere wichtige Aufgabe an, Hilfe bei sozialen und häuslichen Problemen der Mitglieder zu geben. Auch hierfür sollte sich eine Gemeinschaft wie die der Feuerwehr verantwortlich fühlen. Gerade durch die Ortsgebundenheit verfügen wir über Chancen, von der Wohnungssuche bis hin zur Stellenvermittlung helfen zu können. Diese Chancen gilt es wahrzunehmen und speziell den Jugendlichen zu sagen, hier ist ein Ansprechpartner, der sich für euch intensiv und kompetent einsetzt.

Zusätzlich zu diesen Aufgaben erledigen die aktiven Kameraden ihre Einsätze mit der notwendigen Professionalität,  betreuen den GABC-Dekon-Zug der Stadt Frankfurt und versuchen in Bezug auf Aus- und Weiterbildung sich auf dem aktuellsten Stand zu halten.

Diese Ausarbeitung kann nur einen kleinen Querschnitt dessen darstellt, wie unsere Wehr die Attraktivität und das Ansehen des Ehrenamtes steigert.

Unser erster Grundsatz ist das frühzeitige Einbeziehen alles Helferinnen und Helfer in Entscheidungsprozesse. Es macht in aller Regel wenig Sinn, Entscheidungen von oben nach unten ohne Gespräche und Diskussionen zu treffen. Gerade die Jugendlichen in ihrer von der schnelllebigen Zeit geprägte Lebensauffassung erwarten Erläuterungen, weshalb dieses oder jenes sein soll oder muss. Sie haben für die oft­mals (leider) noch vorhandene Einschätzung der Feuerwehr als „Feierwehr“ kein Verständnis und lehnen daher eine Mitgliedschaft ab. Es ist Sache der Feuerwehr und ihrer Führung, hier eine Verbesserung des Ansehens herbeizuführen.

Klare und ehrliche Erläuterungen machen das Verständnis für die teilweise auch sehr belastenden Maßnahmen leichter. Die Arbeit wird dadurch optimiert, da sich alle mit der Gemeinschaftsaufgabe identifizieren.            

Die Freiwilligen Feuerwehren haben nach unserer festen Überzeugung neben den brandschutztechnischen Aufgaben eine eminent wichtige Stellung im sozialen Gefüge unseres Staates. Und es ist damit auch eine Aufgabe unseres Staates, diesen wichtigen Faktor in ihrer oftmals schwierigen Arbeit zu unterstützen.

Wir würden uns freuen und in unserer Arbeit bestätigt fühlen, wenn das zurzeit an den Tag gelegte mit Interesse verfolgen und unsere Bewerbung zur Feuerwehr des Monats überprüfen würden. Dazu gibt Ihnen auch unser Internetauftritt viele Möglichkeiten.


Wolfgang Mehmel
Wehrführer

Frankfurt, den 22.09.2008