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Zitat aus der
Frankfurter neuen Presse
Geschichten
hinter der Geschichte
Jörg «Caesar» Bombach begrüßte seine Kandidaten stilvoll zum
Hessen-Quiz. Diesmal ging’s um 2000 Jahre hessische Geschichte.
Am 1. Januar um 21.45 Uhr läuft im HR-Fernsehen ein besonderes
Hessen-Quiz. Moderator Jörg Bombach stellt Fragen zur Geschichte des
Bundeslandes, beantworten müssen sie vier Prominente, die mit Hessen
ähnlich viel zu tun haben wie ein Bayer mit der Nordsee. Doch
Moderatorin Barbara Eligmann, Schauspielerin Marion Kracht (die in
Hessen in den 80ern «Diese Drombuschs» drehte), der fränkische
TV-Koch Alexander Herrmann und Lindenstraßen-Mime Jo Bolling
schlugen sich wacker – es ging schließlich um einen guten Zweck.
Was der Zuschauer am Donnerstag allerdings nicht sieht, sind die
Unwägbarkeiten, die die Nerven der Crew und die Geduld der
Prominenten bei der Aufzeichnung auf eine harte Probe stellten.
Angefangen mit der Anreise: Während drei der Prominenten schon
geschminkt sind und die sechs Männer der Freiwilligen Feuerwehr
Praunheim die römischen Kettenhemden für das Anfangsbild angelegt
haben, ist Marion Kracht gerade in Berlin gestartet. Sie landet mit
rund 90 Minuten Verspätung in Frankfurt. Da beugen sich selbst
starke Feuerwehrmänner unter der Last der 42 Kilo schweren
Kettenhemden.
Fast eine Stunde später als geplant stehen die vier Kandidaten
schließlich an ihren Pulten und verfolgen, wie Jörg Bombach in
römischer Feldherrenuniform das Studio betritt. Kaum haben die sechs
Kameras seine Begrüßung aus allen Perspektiven eingefangen,
verkündet eine Stimme aus dem Lautsprecher: «Abbruch». Denn was im
Fernsehen so wirkt, als würde Bombach sich in Sekundenbruchteilen
vom Römer zurück in den Moderator verwandeln, dauert in Wirklichkeit
fünf Minuten – Abpudern inklusive.
Zwei Fragen zu den Gebrüdern Grimm und Josef Neckermann später
erklingt die Stimme erneut, diesmal ungeplant. «Wir haben einen
Stromausfall im Übertragungswagen», sagt sie entschuldigend. Marion
Kracht trippelt angestrengt auf ihren Stöckelschuhen hin und her.
Moderator Bombach versucht die Pause zu überbrücken, erläutert den
Zuschauern im Studio die Fluchtwege. Dann das erlösende Zeichen: «Es
geht weiter». Schließlich wartet hinter der Bühne noch ein
tierischer Studiogast für die Grzimek-Frage.
Bombach kündigt ihn an, die Tür öffnet sich, doch das Tier kommt
nicht. «Wenn das live wäre, würde ich unter Handschweiß leiden»,
rutscht dem Moderator heraus – wieder so eine Schnitt-Stelle. Dann,
endlich erscheint Tiertrainer Hermann Lock und zieht einen Tiger ins
Studio. Was die Zuschauer nicht wissen, der fünf Monate alte
Sandokan ist der Ersatz für ein erkranktes Tigerbaby und reichlich
ungeübt. Er lässt sich von der schwebenden Kamera einschüchtern,
faucht und zieht seinen Trainer noch vor Ende des Auftritts an der
Leine hinaus. Der muss dort verbunden werden, weil ihn Sandokans
Kralle erwischte.
Die 90 Minuten sind um, Jo Bolling schaut auf die Uhr. Doch die
Kameras laufen weiter. Nach 100 Minuten ist das Quiz beendet. Nur
ein paar Fragen und Erklärungen muss Jörg Bombach noch wiederholen.
Dann sind die Kandidaten erlöst und treten die Heimreise an. «Ich
habe einiges gelernt bei der Sendung», sagt Marion Kracht im
Vorbeigehen. Geduld ganz sicher.
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